Mombasa - das Tor nach Ost- und Zentralafrika am Indischen Ozean

Mombasa ist mit 1,185 Millionen Einwohnern (Stand 2016, Quelle: KNBS - Kenya National Bureau of Statistics) und einer Größe von 218,9 km² die zweitgrößte Stadt (nach Nairobi - 4,46 Millionen Einwohner) in Kenia und die wichtigste Hafenstadt als Gateway nach Ost- und Zentralafrika. Mombasa liegt auf einer Insel am Indischen Ozean und kann auf eine lange Geschichte als alte Handelsniederlassung an der ostafrikanischen Küste zurückblicken. So war es früh Zielpunkt von Handelsverbindungen nach Arabien und Indien. Hierauf gründet sich auch die afrikanisch-islamische Kultur Mombasas die bis heute das Stadtbild prägt.

Mombasa Island, eine ca. 13 km² große Insel, beherbergt den alten Stadtkern. Die Nyali Bridge verbindet die Insel mit der Nordküste, der Makupa Causeway (über den auch die alte Eisenbahnlinie nach Nairobi führt) mit dem Westen und die Likoni Ferry mit der Südküste. Der "alte Hafen" liegt an der Ost-Seite von Mombasa, der neue, sehr geschützt, viel größer, bei Kilindini an der West-Seite der Insel. Der größte Teil der Bevölkerung Mombasas sind die Mijikenda/Swahili. Im Laufe der Jahrhunderte sind Menschen der unterschiedlichsten Herkunft nach Mombasa immigriert. Zum Teil aus dem Iran, Indien, Somalia und dem Mittleren Osten. Sie kamen als Händler oder Seefahrer und bestimmen zum Teil bis heute die Wirtschaft an der Küste Kenias. Das genaue Gründungsdatum der Stadt ist nicht bekannt, aber Mombasa hat eine lange Geschichte. Bereits im 12. Jahrhundert war Mombasa eine blühende Handelsmetropole und mündliche Überlieferungen erwähnen den Handel mit Gold, Elfenbein und Gewürzen mit Indien, den Arabern und sogar China. Die Chinesische Flotte unter Zheng He besuchte Mombasa um 1415. Vasco da Gama ist als erster Europäer bekannt, der Mombasa 1498 erreichte und die Stadt wurde von den Potugiesen eingenommen. Im Laufe der weiteren Geschichte wechselte der Besitz immer wieder zwischen Sultanen (Oman), den Portugiesen und den Briten.

Fort Jesus

Diese aus dem 16. Jh. stammende Festung wurde von den Portugiesen zum Schutz ihrer Handelswege nach Indien gebaut. Der Architekt war ein Italiener, so dass das Gebäude alle Attribute einer italienischen Festung dieser Zeit aufweist. Das Fort, dessen Wände 15 m hoch und 2,4 m dick sind, steht auf einer alten Korallenbank und überragt die Hafeneinfahrt zum Alten Hafen. Ende des 17. Jh. entsandte der Sultan von Oman eine Armee, um die Festung zu erobern. Die Belagerung dauerte fast drei Jahre, bevor sie in ihre Hände fiel.1728 wurde das Fort von den Portugiesen dann kampflos zurückerobert, später aber wieder aufgegeben, um dann bis 1895 in arabischer Hand zu sein.

Das Fort wurde von der britischen Marine 1878 und 1895 beschossen und diente unter britischem Protektorat als Gefängnis. Am 15. August 1960 wurde Fort Jesus zum Nationaldenkmal erklärt. Heute befinden sich vor dem Haupteingang zwei große Kanonen aus dem Ersten Weltkrieg. Sie sind Überbleibsel eines Kampfes zwischen zwei Schiffen, der britischen HMS Pegasus, die von dem deutschen Kreuzer Königsberg 1914 in Dar es Salaam versenkt wurde. Das deutsche Schiff wurde später von der britischen Marine ebenfalls versenkt. Das Fort Jesus ist ein beliebter Ort bei Touristen und täglich geöffnet.

Mombasa "Old Town"

Die Altstadt ist heute noch weitgehend so erhalten, wie sie im 19. Jh. war. In ihren engen Strassen stehen arabische Häuser, viele mit traditionellen geschnitzten und mit Messing eingelegten Türen. Neben Moscheen gibt es zahlreiche Gewürz- und Kaffeehändler. Dhaus ankern im Alten Hafen, und obwohl ihre Zahl stark zurückging, dienen sie noch immer als Haupttransportmittel mit verschiedenen arabischen Häfen, wie sie es auch die letzten 2000 Jahre taten. Die Dhaus kommen gewöhnlich Anfang Dezember mit dem Nordostmonsun an und bringen traditionelle Fracht: Datteln, Trockenfisch, ein paar Teppiche und traditionelle Truhen. Bis heute werden Truhen, Stühle und andere Möbel in Handarbeit hergestellt und mit kunstvollen Schnitzereien verziert.